Der Kopfschmerz war meist zuerst da
Meist liegt Migräne oder Spannungskopfschmerz zugrunde. Schmerzmittel wegen einer anderen Erkrankung führen nicht automatisch zu demselben Kopfschmerzbild.
Wenn Medikamente zur Linderung von Attacken unbemerkt Teil immer häufiger auftretender Kopfschmerzen werden.
Bei einer bestehenden Kopfschmerzerkrankung kann zu häufiger Gebrauch von Akutmedikation dazu beitragen, dass Kopfschmerzen immer häufiger auftreten. Die ursprünglichen Merkmale von Migräne oder Spannungskopfschmerz können dadurch unschärfer werden.
Meist liegt Migräne oder Spannungskopfschmerz zugrunde. Schmerzmittel wegen einer anderen Erkrankung führen nicht automatisch zu demselben Kopfschmerzbild.
Entscheidend ist nicht die Tablettenzahl an einem Tag, sondern die Zahl der Tage pro Monat, an denen Medikamente eingesetzt werden.
Kopfschmerzen können fast täglich auftreten, Medikamente kürzer oder schlechter wirken und die ursprünglichen Attacken schwerer erkennbar werden.
Für die Diagnose bestehen Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen pro Monat und ein regelmäßiger Übergebrauch eines oder mehrerer Akutmedikamente über mehr als 3 Monate.
Tage pro Monat mit Paracetamol, Aspirin oder NSAR wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac.
Tage pro Monat mit Triptanen, Opioiden, Ergotaminen oder Kombinationsanalgetika.
Auch darunter können Medikamente ungeeignet oder unsicher sein, etwa bei Magen-, Nieren-, Herz- oder Gefäßproblemen, in der Schwangerschaft oder bei Wechselwirkungen. Besprechen Sie Ihre Medikamente mit ärztlichem oder pharmazeutischem Fachpersonal.
Kopfschmerz ist morgens oft bereits da oder weckt manchmal nachts.
Die Zahl der Kopfschmerz- und Medikamententage steigt allmählich.
Das Medikament hilft weniger gut oder der Kopfschmerz kehrt rasch zurück.
Müdigkeit, Übelkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, Unruhe oder Niedergeschlagenheit können hinzukommen.
Ein Tag mit einer Tablette zählt als Medikamententag. Mehrere Dosen am selben Tag zählen ebenfalls als ein Tag. Notieren Sie jedes Mittel einzeln und zählen Sie auch Kombinationstage.
Illustration: Farbige Felder sind Medikamententage. Mittel und Dosis bitte zusätzlich notieren.
Leitlinien empfehlen im Allgemeinen, die übergebrauchte Akutmedikation abzusetzen. Kopfschmerzen können vorübergehend schlimmer werden und Entzugssymptome auftreten. Besprechen Sie deshalb Vorgehen und Unterstützung vorher.
Setzen Sie Tramadol, Oxycodon, Fentanyl, Morphin oder andere Opioide nicht eigenständig ab. Ein persönlicher Ausschleich- und Sicherheitsplan oder fachärztliche Begleitung kann nötig sein.
Vereinbaren Sie, welches Mittel zu welchem Attackenmuster passt, wann es genommen wird und wie viele Einnahmetage maximal vorgesehen sind.
Bei häufiger Migräne oder chronischem Spannungskopfschmerz kann eine vorbeugende Behandlung passend sein. Auswahl und Bewertung sind individuell.
Halten Sie fest, wen Sie kontaktieren, wenn Medikamententage wieder zunehmen, Attacken sich verändern oder die Behandlung nicht ausreicht.
Wenn der ursprüngliche Kopfschmerz nicht gut behandelt wird, bleibt der Bedarf an schneller Linderung. Ein guter Plan umfasst deshalb Diagnose, Vorbeugung, Arbeit, Schlaf und Selbstbestimmung—nicht nur Tablettenzählen.
Wir suchen Erfahrungen mit Aufklärung, Absetzen, Begleitung, Rückfall und Behandlung der zugrunde liegenden Kopfschmerzen.
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