Festgefahren, gerade während ich um Hilfe bitte
Manchmal bittet man um Hilfe, weil man einfach nicht weitermachen kann. Nicht, weil Sie schwierig sein wollen. Nicht, weil Sie Aufmerksamkeit suchen. Sondern weil Sie erschöpft sind.
Schmerzen, Depressionen, Erschöpfung, Medikamente, Familie, Arbeit, Organisationen und Wartezeiten können miteinander verwoben sein. Der Kopf ist voll, der Körper macht nicht mehr mit und in der Zwischenzeit wird von Ihnen erwartet, dass Sie weiterhin alles selbst organisieren.
Sie haben Schmerzen und müssen daher in die Schmerzklinik gehen. Sie sind psychisch erschöpft und müssen daher einen psychiatrischen Dienst aufsuchen. Da es sich um Medikamente oder Abhängigkeit handelt, müssen Sie sich an eine Suchthilfeeinrichtung wenden. Die Spannungen im eigenen Land nehmen zu, sodass noch mehr Organisationen in Erscheinung treten. Der Hausarzt soll die Verantwortung behalten, hat aber selten die Zeit, die Entscheidungsbefugnis oder den vollständigen Überblick.
Die eigene Notlage selbst koordinieren
Was viele Menschen nicht erkennen, ist, wie viel Energie es kostet, Hilfe zu bekommen. Anrufen. E-Mails schreiben. Nochmals erklären. Warten. Noch einmal erklären. Ausfüllen von Formularen. Auf der Suche nach Empfehlungen. Überprüfen, ob Organisationen sich tatsächlich verstehen. Und dabei aufrecht bleiben.
Aber wenn Sie deprimiert, erschöpft oder verzweifelt sind, funktionieren Sie nicht wie eine ausgeruhte Person mit einer Aktionsliste und einem farbcodierten Zeitplan. Genau dann fordert das System am meisten von Ihnen.
Sie bitten um Hilfe, weil Sie nicht weiterkommen. Dann müssen Sie beweisen, dass Sie nicht weiterkommen. Dann geraten Sie noch tiefer in das System, das Ihnen eigentlich helfen sollte.
Kein einziger Anlaufstelle ist schuld daran
Das Problem liegt normalerweise nicht bei einer Person oder einer Organisation. Viele Fachkräfte wollen wirklich helfen. Aber das System als Ganzes funktioniert oft nicht für Menschen, deren Probleme sich nicht in eine Schublade stecken lassen.
Jede Partei hat ihre eigene Akte, ihre eigene Wartezeit, ihre eigene Verantwortung und ihre eigene Grenze, an der sie aufhört. Aber der Schmerz macht nicht an einer Abteilungsgrenze halt. Depression wartet nicht auf das nächste Treffen. Eine Familie kann nicht auf Pause drücken, da eine Überweisung noch bearbeitet werden muss.
Dies ist kein Vorfall
Überall geraten Menschen in Schwierigkeiten zwischen Gesundheitsfürsorge, Kommunen, psychiatrischen Diensten, Hausärzten, Sozialhilfe, UWV, Jugendfürsorge, Krankenversicherungen, Veilig Thuis und anderen Organisationen. Menschen mit Schmerzen. Menschen mit psychischen Problemen. Menschen mit Sucht- oder Medikamentenproblemen. Eltern. Jugend. Familien.
Immer dasselbe Muster: von Anlaufstelle zu Anlaufstelle, von Überweisung zu Überweisung, von Aufnahme bis Wartezeit, von “wir verstehen Ihre Situation” bis “Leider können wir nichts tun”.
Genug ist genug
Die Versorgungsfalle muss ein Ende haben. Nicht mit einem weiteren Anlaufstelle, einer weiteren Arbeitsgruppe oder einem weiteren Grundsatzpapier voller freundlicher Worte. Aber mit echter Regie, Auftrag, Aufsicht und Verantwortung.
Zorgfuik sammelt Geschichten nicht, um einzelne Fachkräfte anzugreifen, sondern um Muster aufzudecken. Denn solange jede Geschichte einzeln als komplizierter Vorfall behandelt wird, ändert sich nichts.