Migräne in Zahlen: häufig, aber nicht vollständig erfasst
Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Bevölkerungsschätzungen und Hausarztregister messen jedoch unterschiedliche Dinge. Deshalb dürfen ihre Zahlen nicht direkt voneinander abgezogen werden.
Was die verfügbaren Zahlen zeigen
Rund 2 Millionen
Menschen in den Niederlanden leiden Schätzungen zufolge regelmäßig an Migräne. Diese Zahl ist eine Bevölkerungsschätzung.
295.800
Personen waren 2024 in niederländischen Hausarztpraxen mit Migräne registriert. Das ist eine andere Messgröße als die Bevölkerungsschätzung.
Aura bei einem Teil
Ein Teil der Menschen mit Migräne erlebt vorübergehende neurologische Symptome wie Sehstörungen oder Kribbeln. Nicht jede Attacke umfasst eine Aura.
Medikamentenübergebrauch verdient besondere Aufmerksamkeit
Bei chronischer Migräne kann häufiger Gebrauch von Akutmedikamenten die Kopfschmerzen mit aufrechterhalten. Das wird Medikamentenübergebrauchskopfschmerz genannt. Wie häufig dies vorkommt, hängt stark von der untersuchten Versorgungsgruppe ab.
„Ein Mittel gegen eine Attacke kann bei häufigem Gebrauch selbst Teil des Kopfschmerzmusters werden.“
Warum Migräne in Daten fehlen kann
Beschwerden werden heruntergespielt
Sätze wie „Jeder hat einmal Kopfschmerzen“ erschweren es, über die Dauer, Häufigkeit und Folgen wiederkehrender Attacken zu sprechen.
Die Diagnose beruht auf dem Beschwerdemuster
Ohne Warnzeichen wird Migräne meist anhand des Gesprächs und der Symptome beurteilt. Ein Scan oder Bluttest bestätigt Migräne nicht.
Viele beginnen mit Selbstbehandlung
Frei erhältliche Schmerzmittel sind leicht zugänglich. Dadurch kann ein ärztliches Gespräch über wiederkehrende Kopfschmerzen lange ausbleiben.
Was Register zeigen und was sie nicht zeigen
In Daten sichtbar
- In Hausarztpraxen mit Migräne registrierte Personen
- Verordnungen und Abgaben von Migränemedikamenten
- Überweisungen und Versorgung in der Neurologie
In Daten nur teilweise sichtbar
- Menschen, die Beschwerden ohne ärztlichen Kontakt selbst behandeln
- Entstehender Medikamentenübergebrauch ohne bekannte Diagnose
- Fehlzeiten, abgesagte Termine und Belastung im Alltag
Quellen und Einordnung
Bevölkerungsschätzung: rund 2 Millionen Menschen
Hausarztregister: 295.800 Personen im Jahr 2024
Warum Register Migräne unterschätzen können
Medikamentenübergebrauch bei chronischer Migräne
Niederländische Hausarztrichtlinie
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Wenn für Sie oder jemand anderen unmittelbare Gefahr besteht: Rufen Sie 112 an. Fühlen Sie sich verzweifelt oder haben Sie Suizidgedanken? In den Niederlanden können Sie 113 Suïcidepreventie Tag und Nacht unter 0800-0113 anrufen oder chatten. Außerhalb der Niederlande wenden Sie sich an die örtliche Notrufnummer.